Komödie Nummer eins mit Startnummer vier im Wettbewerb der PTT

Von Dagmar Ellen Fischer

Draußen dauerte der laue Hamburger Sommerabend noch an (ja, den gibt es!), da begann drinnen schon „Eine Sommernacht“ mit „wildem, hemmungslosem Sex“: So jedenfalls beschreiben Helena und Bob ihren One-Night-Stand, in den sie sich sturzbetrunken kurz nach dem Kennenlernen fallen lassen.

Am vierten Abend ging die erste Komödie der Privattheatertage über die Bühne des gastgebenden Ohnsorg Theaters. Die fahrende Jury dieser Kategorie bilden 2013 Moritz Staemmler (Verlagsleiter Felix Bloch Erben), Bertram Schulte (Produzent „Theater in vollen Zügen“) und Anja Topf (Schauspielerin). Eingeladen hatte das Trio „Eine Sommernacht“, eine rasante Anti-Love-Story in der Regie von Folke Braband aus der Theatergemeinschaft Komödie Berlin/Komödie Winterhuder Fährhaus in Hamburg, starbesetzt mit Tanja Wedhorn und Oliver Mommsen.
Komödie am Kurfürstendamm - Eine Sommernacht (1) © Thomas Grünholz und Johannes Zacher
Lars Precht (links) spielt dem unfreiwilligen Liebespaar auf: Oliver Mommsen als Bob und Tanja Wedhorn als Helena
Foto: Thomas Grünholz und Johannes Zacher

Zeit also, für eine ernste Auseinandersetzung mit der Wirkung von Komik aufs Publikum: Da gibt es den plötzlichen Herausplatzer, der vom eigenen Lachanfall selbst überrascht scheint; den glucksenden Lacher, der schnell verklemmt klingt; den brutalen Brüller, der eigentlich selbst auf die Bühne und sich lauthals den Weg dorthin bahnen möchte; den Tonleiter herunter kletternden Lach-Singer mit akustischer Nähe zum Weinen; und den einsamen Lacher, der solistisch an Stellen zu hören ist, die niemand sonst witzig findet. Apropos Stellen: Beim „wilden, hemmungslosen Sex“ werden sie mitunter freigelegt, wenn auch nur verbal.

„Eine Sommernacht“ der schottischen Autoren David Greig und Gordon McIntyre dauert kurzweilige zwei Stunden und wird von Musik (an den Saiten: Lars Precht) sowie stimmungsunterstützenden Projektionen begleitet. Danach wehte immer noch laue Sommerluft durch Hamburg … wie lautete der Text auf einem alten Theaterplakat doch gleich: „Alles, was einen guten Theaterabend ersetzen kann, können Sie auch hinterher noch machen“.
PTT_Sommernacht_01 (1)
Bettgenosse Nummer drei: Elmo
Foto: Lea Fischer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.